Verbesserte Impfstoffe
Wir investieren in die Entwicklung und Zulassung von TB-Impfstoffen, die mehr Wirkung zeigen. Dabei möchten wir bis zum Jahr 2016 einen Impfstoffkandidaten in klinischen Studien der Phase III haben. Außerdem möchten wir die Anzahl der anderen TB-Impfstoffkandidaten erhöhen.
Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Hindernisse zu beseitigen, die der Entdeckung und Entwicklung weiterer TB-Impfstoffe im Wege stehen. Immer noch verstehen wir nicht ganz, wie der Schutzmechanismus durch TB-Impfung funktioniert. Es gibt keine bekannten Biomarker, die die Wirksamkeit eines TB-Impfstoffkandidaten vorhersagen können. Daher muss die Entwicklung von Impfstoffen momentan in langwierigen und kostspieligen Studien erfolgen.
Diese Probleme möchten wir mit unserem TB-Impfstoff-Beschleunigungsprogramm angehen. Mit diesem Programm werden vielversprechende Impfstoffkonzepte ermittelt, die Alternativen zu den aktuell in der Pipeline befindlichen darstellen. Sie könnten unser Verständnis der TB-Krankheit potenziell verbessern und somit letztlich eine effizientere Impfstoffentwicklung zur Folge haben.
Effizientere Behandlungsmethoden
Der TB-Erreger entwickelt schnell Resistenzen gegen ein einzelnes Medikament. Daher ist bei der Behandlung immer eine Kombination aus mehreren Medikamenten erforderlich. In der bisherigen Arzneimittelentwicklung ist es erforderlich, dass neue TB-Medikamente separat in klinischen Studien getestet werden. In der Kombination können neue Medikamente also erst dann ausprobiert werden, wenn jedes für sich bereits genehmigt wurde. Das bedeutet, dass die Entwicklung effizienterer TB-Behandlungen Jahrzehnte in Anspruch nehmen könnte. Um dieses Problem zu lösen, haben wir uns mit Partnern zusammengeschlossen und gemeinsam das Programm Critical Path to TB Drug Regimens (CPTR) gegründet. Die mitwirkenden Partner sind führende internationale Pharmaunternehmen, Experten des Gesundheitswesens, Nichtregierungsorganisationen sowie Aufsichtsbehörden aus mehreren Ländern. Das Programm setzt sich zum Ziel, schneller vielversprechende TB-Medikamentenkandidaten in Kombination miteinander zu testen. Außerdem sollen neue Zulassungswege und andere Lösungswege für eine schnellere Medikamentenentwicklung geschaffen werden.
Wir brauchen zudem neue Medikamente, mit denen die Behandlungsdauer drastisch verkürzt werden kann. Daher unterstützen wir das TB Drug Accelerator-Programm, mit dem nach neuen Medikamenten gegen Bakterien gesucht wird, die gegen die aktuellen Medikamente resistent sind. Dabei sollen anhand neuer Strategien auch Medikamente gefunden werden, die die Behandlungsdauer verkürzen.
Neue Diagnosetests
Wir entwickeln kostengünstigere und effizientere Diagnosetests, die mehr TB-Patienten erreichen und die jederzeit zum Einsatz kommen können. Tests in einem weit entfernten Labor sollen der Vergangenheit angehören. Dabei wird nach neuen Biomarkern der TB-Infektion geforscht und nach entsprechenden Behandlungen gesucht, die die Erkennung und klinische Behandlung von TB verbessern. Eine neue Technologie, die wir unterstützen – GeneXpert – kann möglicherweise die Geschwindigkeit und Genauigkeit der TB-Diagnose signifikant verbessern. Wir müssen herausfinden, wie wir diesen Test möglichst vielen Menschen zur Verfügung stellen können. Eine schnelle und präzise Diagnose ist die Grundlage für einen raschen Behandlungsbeginn bei Patienten und verhindert die weitere Ausbreitung der Krankheit.
Weitergabe innovativer Lösungswege im Bereich der TB-Bekämpfung
Wir führen Pilotstudien in Bezug auf innovative Lösungen zur Eindämmung von TB und in Bezug auf neue Bereitstellungsmöglichkeiten für Medikamente in Indien, China und Südafrika durch. Die effizientesten Lösungswege geben wir weltweit an andere weiter. Eines unserer Projekte hat die Suche nach der kostengünstigsten Bereitstellungsmöglichkeit für einen schnelleren und präziseren Diagnosetest in Südafrika zum Schwerpunkt. In Indien möchten wir die indische Regierung, die World Health Organization (WHO), USAID und die Weltbank zusammenbringen und davon überzeugen, innovative Bemühungen zur Eindämmung von TB zu unterstützen. Auch den privaten Sektor haben wir in Indien ins Boot geholt, um die Forschung und Entwicklung im Bereich TB-Diagnose und -Behandlung voranzutreiben. Durch die Arbeit unserer Interessengruppen in China wurde die MDR-Tuberkulose bei den Krankenversicherungen des Landes als „hochgradig erstattungsfähige Krankheit“ eingestuft. So erhalten an MDR-TB erkrankte chinesische Patienten leichter finanzielle Unterstützung zu Ihrer Behandlung.
Verfügbarkeit, Wirksamkeit und niedrigere Kosten
Durch unsere Zusammenarbeit mit globalen Partnern im Gesundheitswesen, u. a. mit dem Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria, mit der WHO und der UNITAID, können diese Organisationen ihre Ressourcen und Investitionen optimal einsetzen. So lassen sich die Kosten für innovative Technologien senken. Außerdem können genügend Hersteller gefunden werden, so dass stabile und kostengünstige Preise für neue TB-Bekämpfungsmaßnahmen garantiert werden können. Die Akzeptanz neuer, effizienter Lösungen im Kampf gegen die Tuberkulose kann beschleunigt werden.
Arbeit von Interessengruppen
Wir treten für ein besseres politisches Engagement und für finanzielle Unterstützung im Kampf gegen die TB ein. Das betrifft vor allem die Forschung und Entwicklung in den späteren Phasen der klinischen Studien. Wir glauben, dass starke Partnerschaften mit Geberländern, internationalen Organisationen, der Pharmaindustrie und der Biotechnik, sowie mit den Regierungen der TB-Epidemie-Länder enorm wichtig im Kampf gegen die Krankheit sind. Diese Partnerschaften führen letztlich zu größeren Investitionen in die Forschung und Entwicklung sowie in die Bereitstellung vorhandener und neuer Diagnosetests.