Wir konzentrieren uns bei unserer Arbeit auf sieben vorrangige Initiativen: Pneumokokken, Meningokokken, Diagnose und Therapie, strategische Informationen und Interessengruppen, RSV, Influenza und Risikofaktoren. An Lungenentzündung erkranken Menschen aller Altersgruppen. Unsere Priorität sind jedoch Kinder unter fünf Jahren.
Pneumokokken
Pneumokokken sind die Haupterreger von Lungenentzündung und verantwortlich für 40 % aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren. Wir wollen einen breiteren Zugang zu den zwei, im Handel erhältlichen Pneumokokken-Konjugatimpfstoffen schaffen und gleichzeitig die Entwicklung, regulatorische Genehmigung und Bereitstellung neuer und verbesserter Impfstoffe fördern.
Wir haben in Zusammenarbeit mit der GAVI Alliance das Advance Market Commitment for Pneumococcal Vaccines eingeführt. Dieser innovative Finanzierungsmechanismus treibt die Zulassung von für Entwicklungsländer bestimmten Pneumokokken-Impfstoffen in der Endphase ihrer Entwicklung voran und unterstützt ihre Herstellung.
Die Kosten von Pneumokokken-Konjugatimpfstoffen sind relativ hoch im Vergleich zu anderen Impfstoffen, die zum Routineimpfprogramm der meisten Ländern gehören. Wir setzen uns daher für eine breitere Lieferantenbasis ein, um Preissenkungen auszulösen. In Zusammenarbeit mit PATH und dem Serum Institute of India unterstützen wir die Entwicklung eines preisgünstigen Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs für Indien und andere Länder, deren Bevölkerung häufig an Lungenentzündung erkrankt.
Meningokokken
Die ansteckende Meningitis A muss in Afrika ausgerottet werden. Wir fördern daher das Meningitis Vaccine Project, eine Zusammenarbeit von PATH, WHO, den Gesundheitsministern afrikanischer Länder und dem Serum Institute of India. Dieses Projekt hat einen erschwinglichen Impfstoff namens MenAfriVac hervorgebracht. Der speziell für Afrika entwickelte Impfstoff schützt anhaltend gegen die lebensbedrohliche, von Meningokokkenerregern ausgelöste Hirnhautentzündung. Sie verursacht eine bakterielle Entzündung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit.
MenAfriVac wurde erstmals 2010 in Burkina Faso eingesetzt. Seitdem haben mehr als 100 Millionen Menschen den Impfstoff erhalten, der nun auch im „Meningitis-Gürtel“ in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara eingeführt wird. Unsere heutigen Investitionen sollen dazu beitragen, dass auch Kleinkinder MenAfriVac erhalten und der Impfstoff in das Routineimpfprogramm aller Länder des Meningitis-Gürtels aufgenommen wird.
Neue Erkenntnisse lassen darauf schließen, das sich Ausbrüche von Meningitis A mithilfe von MenAfriVac wirksam einschränken lassen: In geimpften Bevölkerungsgruppen konnte die Bakterie fast vollständig ausgerottet werden. Wir setzen uns für weitere Forschungen und Überwachung der Entwicklung der Krankheit ein. Gegebenenfalls werden über diesen neuen Impfstoff hinaus noch weitere Maßnahmen benötigt.
Diagnose und Therapie
Es ist dringend notwendig, Kindern mit einer schweren Atemwegserkrankung Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung zu geben. Viele Kinder sterben, weil ihre Familie die Symptome nicht erkennen bzw. weil sie nicht frühzeitig medizinisch behandelt werden. Doch selbst bei einer rechtzeitigen Behandlung wird die Krankheit möglicherweise nicht richtig diagnostiziert oder eine falsche Antibiotikatherapie verordnet. Wenn die Krankheit bereits so weit fortgeschritten ist, dass besondere Kenntnisse oder sehr technische Geräte notwendig werden, stehen solche Ressourcen eventuell nicht zur Verfügung bzw. sind nicht erreichbar.
Wir arbeiten eng mit anderen Stiftungsteams zusammen, um kranken Kindern Zugang zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten zu geben. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf Nigeria, den Norden Indiens und Burkina Faso. Unsere Wahl fiel auf diese Länder, da die dortigen Bevölkerungsgruppen besonders unter Erkrankungen von Kindern leiden, eine große Bereitschaft zur Innovation besteht und wir auf starke Partnerorganisationen zurückgreifen können. Im Rahmen unserer Arbeit vermitteln wir medizinischem Personal, wie es die Hinweise und Symptome von Lungenentzündung besser erkennen kann. Wir wollen zudem Frauen darin unterstützen, eigenständig medizinische Hilfe und Unterstützung einzufordern. Schließlich fördern wir die Entwicklung von schnellen Diagnosetests für Lungenentzündung, und wir setzen uns für eine Verbesserung des Auswahl- und Überweisungssystems für schwer erkrankte Kinder ein.
In Ländern, die ein gemeindebasiertes Case Management verwenden, um Gemeindemitglieder in der Bereitstellung von Maßnahmen zur Bekämpfung typischer Kinderkrankheiten zu schulen, engagieren wir uns für die Nachhaltigkeit dieses Ansatzes. Wir wollen zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch kleine private Anbieter beitragen, die für viele Familien in armen Ländern häufig die am schnellsten zu erreichende medizinische Anlaufstelle sind.
Strategische Informationen und Interessengruppen
Eine qualitativ hochwertige Erfassung und Auswertung von Daten zu den Ursachen von Lungenentzündung und ihrer globalen Belastung leisten einen direkten Beitrag zur Impfstoffentwicklung, zu besseren Therapien und verbesserter Bereitstellung von Dienstleistungen, zu Innovationen bei Diagnosetests und Behandlungen sowie zu einer genaueren Auswertung der Todesfälle. All dies wird von uns unterstützt.
Lungenentzündung als eine Gefahr für die Gesundheit von Kindern soll mehr öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Zu unseren Prioritäten gehört die Sicherung ausreichender finanzieller Mittel für die Hauptimpfstoffe und die Unterstützung von Interessengruppen im Bereich kindlicher Gesundheit. Wir fordern von den betroffenen Ländern und auch weltweit ein stärkeres politisches Bekenntnis zu evidenzbasierter Prävention und Therapie von Lungenentzündung. Immunisierungsprogramme benötigen mehr Ressourcen, und Regierungen müssen wichtige Initiativen zur globalen Gesundheit wie z. B. den Global Vaccine Action Plan für die Decade of Vaccines konsequent begleiten. Wir bieten dabei unsere Hilfe an.
Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV)
Das RSV ist einer der Haupterreger von Atemwegsinfektionen bei Kindern, vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten. Wir fördern die Entwicklung von RSV-Impfstoffen für Mütter und Kleinkinder. Außerdem unterstützen wir eine bessere Erfassung globaler Daten zu Sterblichkeits- und Erkrankungsraten aufgrund einer RSV-Infektion sowie zu den langfristigen Folgen schwerer RSV-Erkrankungen. Mithilfe dieser Informationen können sowohl potentielle Auswirkungen und Kosteneffizienz von RSV-Impfstoffkandidaten als auch alternative Präventionsstrategien beurteilt werden.
Influenza
Es ist unser Ziel, influenzabezogene Daten in tropischen Regionen und Entwicklungsländern zu vervollständigen und existierende Strategien zur Steigerung der Nachfrage nach Impfungen gegen saisonale Influenza zu bewerten. Schwangere und Kleinkinder in ressourcenarmen Regionen müssen Zugang zu erschwinglichen und wirksamen Impfstoffen erhalten.
Die Influenzaimpfung von Schwangeren zum Schutz von Mutter und Kind wird seit langem in Industrieländern komplikationslos durchgeführt. Dies könnte auch zu einer Verringerung der Krankheitslast durch saisonale Influenza in tropischen Regionen führen.
Unsere Immunisierungsstrategie bei Schwangeren baut auf existierenden Influenzaimpfstoffen auf, die als Ausgangspunkt für weitere Impfstoffe für diese Zielgruppe dienen können. In Zusammenarbeit mit globalen Partnern wollen wir wissenschaftliche, technische, regulatorische, operationelle und finanzielle Herausforderungen, die sich bei einer Ausweitung der Immunisierung von Schwangeren stellen, identifizieren und angehen. Wir unterstützen zudem Forschungsarbeiten, die die Auswirkungen einer Influenzaimpfung der Mutter auf die Entwicklung des Fötus zum Gegenstand haben und auch die damit verbundene Schutzwirkung gegen Erkrankungen untersuchen.
Außerdem setzten wir uns für die Entwicklung neuer und verbesserter Influenzaimpfstoffe für Kinder unter zwei Jahren ein.
Risikofaktoren
Wir wollen nicht nur die Immunisierung bei Influenza ausweiten und Therapien verbessern, sondern auch das Risiko von Umweltfaktoren senken. Angemessene Ernährung und gute Stillpraktiken sind Bestandteil der Stiftungsstrategie und tragen wesentlich zur Entwicklung eines starken kindlichen Immunsystems bei.
Auch die Reduzierung der Luftverschmutzung in geschlossenen Räumen kann das Risiko einer Erkrankung an Lungenentzündung verringern. Wir fördern Forschungsarbeiten, die im kleinen Rahmen den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung in geschlossenen Räumen und kindlicher Lungenentzündung im Hinblick auf eine Dosis-Wirkungsbeziehung untersuchen. In diesem Bereich müssen noch grundsätzliche Wissenslücken gefüllt werden. Außerdem engagieren wir uns für verbesserte Monitoring-Technologien zur Messung individueller Partikelbelastung und zur Festlegung von Surrogatendpunkten für anschließende klinische Studien. Je klarer der Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung in geschlossenen Räumen und Erkrankung an Lungenentzündung wird, desto mehr wird dies unser Arbeit in diesem Bereich voranbringen.