Wir fördern sechs Bereiche, um die Entwicklung und Verbreitung von neuen HIV-Präventionsmaßnahmen voranzutreiben und gleichzeitig bestehende Präventions- und Therapiemethoden effizienter zu gestalten. Dabei arbeiten wir mit vielen unterschiedlichen Partnern zusammen. Dazu zählen sowohl staatliche Agenturen in Geber- und Entwicklungsländern, multilaterale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen (NRO), akademische Einrichtungen als auch zivilgesellschaftliche Organisationen und die Privatwirtschaft.
Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen
Unsere umfangreichste Förderung gilt der Erforschung und Entwicklung eines HIV-Impfstoffs. Aufsehenerregende neue Forschungsergebnisse und eine stabile Pipeline von vielversprechenden Impfstoffkonzepten haben Optimismus geweckt: Es kann ein sicherer und wirksamer Impfstoff entwickelt werden, der die Ausbreitung von HIV deutlich eindämmt. Wir unterstützen diese weltweite HIV-Impfstoff-Pipeline auf mehreren Ebenen. Während der frühen Forschungsphase fördern wir die Entwicklung verschiedenster Impfstoffkonzepte im Rahmen der Grand Challenges Explorations-Initiative der Stiftung. Daneben stellen wir Förderleistungen bereit, um neuartige Produktkonzepte in klinischen Studien am Menschen zu testen. Dazu gehören beispielsweise Replikationen viraler Vektoren, Impfstoffe, die mukosale Immunität auslösen, passive Immunisierung und die Entwicklung von Immunogenen zur Bildung schützender Antikörper. Außerdem stellen wir Gelder für klinische Studien in der Endphase zur Verfügung wie z. B. im Rahmen der Pox-Protein Public Private Partnership (P5). Vielversprechende Impfstoffkandidaten sollen für die Zulassung vorbereitet werden. Der Forschungsbereich für HIV-Impfstoffe muss insgesamt gestärkt und weiterentwickelt werden. Daher finanzieren wir Forschungskonsortien und Plattformen für die Produktentwicklung und -herstellung.
Antiretrovirale Präventionsmethoden
Die Entwicklung neuer Präventionsmethoden ist eine wesentliche Voraussetzung für ein geringeres HIV-Infektionsrisiko. Wir unterstützen alle Anstrengungen, deren Ziel die Entwicklung, Bewertung und Einführung innovativer Maßnahmen zum Schutz von HIV-Risikogruppen ist. Dazu zählen systemische und topische antiretrovirale Medikamente sowie Produkte mit Langzeitwirkung wie Spritzen und Vaginalringe, die nicht täglich verwendet werden müssen. Unser Interesse gilt auch Methoden mit doppeltem Schutzcharakter, die Mikrobiozide mit effizienter Empfängnisverhütung verbinden.
Wir fördern alle Bemühungen, das Präventionspotential von HIV-Therapien (jede Behandlung ist auch gleichzeitig Prävention) zu erhöhen. Unser Ziel ist es, Regierungen von Entwicklungsländern und unseren globalen Partnern aufzuzeigen, wie sie Therapiemethoden in umfassende Präventivprogramme integrieren können. So können grundlegende Präventivmaßnahmen wie Kondome und männliche Genitalbeschneidung mit gezielten Strategien zur Verhaltensänderung kombiniert werden.
Effiziente Dienstleistungen
Investitionen in die Eindämmung von HIV haben in den letzten Jahren nachgelassen, der Bedarf an HIV-Dienstleistungen jedoch nicht. Etwa die Hälfte aller Menschen, die eine HIV-Therapie benötigen, hat dazu keinen Zugang. Mehr als 2 Millionen Menschen stecken sich jedes Jahr mit dem Virus an. Qualitativ hochwertige Therapieformen und Präventivmaßnahmen können nur dann weiter ausgebaut werden, wenn jede Investition zu optimalen Resultaten führt. Daher finanzieren wir die folgenden fünf zusammenhängenden Strategien, um einen breiteren Zugang zu HIV-Dienstleistungen zu schaffen:
- Senkung der Kosten notwendiger antiretroviraler Therapien durch verbesserte chemische Verarbeitung und Herstellung sowie Dosierungsoptimierungen
- Genaue Untersuchung von kombinierten Präventionsmaßnahmen, um den besten Strategiemix zu identifizieren
- Zusammenarbeit mit den Hauptpartnern im Kampf gegen HIV, um deren finanzielle Beteiligung an erfolgreichen und kosteneffizienten Programmen sicherzustellen
- Durchführung von Modellstudien, die Entwicklungsländer bei der passenden Zuweisung ihrer HIV-Ressourcen unterstützen
- Beurteilung von Managementstrategien für HIV-Programme, um Präventions- und Behandlungsprogramme zu verbessern
Freiwillige medizinische männliche Genitalbeschneidung
Untersuchungen zufolge könnte eine im großen Umfang praktizierte männliche Genitalbeschneidung die Verbreitung von HIV in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara mit hoher HIV-Prävalenz entscheidend einschränken. Mangelnde Ausstattung und geringes Interesse an männlicher Genitalbeschneidung haben jedoch die präventive Wirkung dieser Maßnahme begrenzt. Die Stiftung fördert männliche Genitalbeschneidung in zwei Bereichen: Zum einen werden 14 afrikanische Zielstaaten in ihrer Planung und Koordination unterstützt, um die Initiative voranzutreiben. Zum anderen wird die Entwicklung und Einführung von Geräten finanziert, die nichtoperative, kosteneffiziente Eingriffe ohne großen technologischen Einsatz ermöglichen.
Verbesserte Diagnosemethoden
Die Entwicklung von genauen und kostengünstigen Schnelltests für den Einsatz in Gesundheitseinrichtungen mit geringer Ausstattung kann die Wirkung von HIV-Behandlungs- und Präventivprogrammen wesentlich erhöhen. Mithilfe von Geräten für eine schnelle HIV-Diagnose können HIV-positive Menschen in kurzer Zeit versorgt und behandelt werden. Schnelle und akkurate Tests zur Ermittlung der Anzahl von CD4-Zellen und der Viruslast können die Versorgung des Patienten verbessern. Wir unterstützen weiterhin Programme zur genaueren Bestimmung der Zahl von HIV-Infektionen.
Hohe Anpassungsfähigkeit von HIV-Programmen
Die Stiftung unterstützt nationale Bemühungen in Indien, China, Myanmar und Botswana, stark gefährdeten Bevölkerungsgruppen Zugang zu für sie passenden HIV-Dienstleistungen zu ermöglichen. Dies beweist, dass effiziente Dienstleistungen in großem Umfang angeboten werden können. Wir haben in diesen vier Ländern in den vergangenen zehn Jahren mit Organisationen in der AIDS-Koordination, lokalen Regierungen und gemeindebasierten Nichtregierungsorganisationen zusammengearbeitet, um ein breites Angebot an notwendigen HIV-Dienstleistungen zu entwickeln. Das indische Avahan-Programm kann mit bemerkenswerten Erfolgen aufwarten: Laut unabhängigen Einschätzungen konnte die Neuinfektion von mehr als 100.000 Menschen in Indien verhindert werden. Wir begleiten diese Programme in der Übergangsphase, so dass sie von nationalen Regierungen und Partnerorganisationen übernommen und nachhaltig weitergeführt werden können.