WAS WIR TUN

Familienplanung

Strategie

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Die Familienplanung spielt eine wichtige Rolle im breit gefächerten Engagement der Stiftung für die Rechte der Frauen und die Verbesserung der Familiengesundheit.

UNSER ZIEL:

Wir möchten sicherstellen, dass Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern Zugang zu umfassenden Informationen und Dienstleistungen zur Familienplanung sowie zu Verhütungsmitteln erhalten.

Herausforderungen

ÜBERSICHT

Mehr als 220 Millionen Frauen in den Entwicklungsländern, die nicht schwanger werden möchten, haben weder Zugang zu effizienten Verhütungsmitteln noch zu Informationen und Dienstleistungen in Bezug auf die Familienplanung.

Wenn der Zugang zu Verhütungsmitteln und zu Informationen und Dienstleistungen verbessert wird, wird das zur Folge haben, dass weniger Frauen und Mädchen bei der Schwangerschaft und Geburt sterben. Es wird weniger ungewollte Schwangerschaften geben, weniger Abtreibungen und weniger Todesfälle bei Kleinkindern.

Wir möchten die Spendenbereitschaft steigern und die Programme für die Familienplanung verbessern, die Nachfrage und die Verwendung von Verhütungsmitteln in armen städtischen Gebieten steigern, innovative Verhütungsmittel entwickeln und die weitere Forschung unterstützen, um Wissenslücken zu schließen.

Für unsere Familienplanungsstrategie, die zuletzt 2008 aktualisiert wurde, sind Gary Darmstadt, Direktor der Familiengesundheit, und Monica Kerrigan, die Teamleiterin des Programms Familienplanung, verantwortlich. Das Programm gehört zum Stiftungsbereich Globale Entwicklung.

Die freiwillige Familienplanung ist einer der großen Fortschritte des letzten Jahrhunderts im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Wenn eine Frau eine fundierte Entscheidung treffen kann, ob und wann sie ein Kind bekommt, können die Todesfälle bei Müttern und Neugeborenen gesenkt werden. Außerdem kommt es zu weniger ungewollten Schwangerschaften und risikobehafteten Abtreibungen. Es schafft mehr Chancen für Frauen und führt zu gesünderen Familien und Gemeinschaften. Die Familienplanung ist eine intelligente, sinnvolle und wichtige Komponente der globalen Gesundheit und Entwicklung.

Mehr als 220 Millionen Frauen in den Entwicklungsländern, die nicht schwanger werden möchten, haben jedoch weder Zugang zu effizienten Verhütungsmitteln noch zu Informationen und Dienstleistungen in Bezug auf die Familienplanung. Weniger als 20 Prozent der Frauen in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara und knapp ein Drittel der Frauen in Südasien verwenden Verhütungsmittel. Im Jahr 2012 wurden geschätzte 80 Millionen Frauen in den Entwicklungsländern ungewollt schwanger und mindestens eine von vier Frauen entschied sich für eine gefährliche Abtreibung.

Wenn Verhütungsmittel breiter zugänglich gemacht werden sollen, treten signifikante Probleme auf. Dazu gehören die hohen Kosten für hochwertige Verhütungsmittel, die mittel- oder längerfristig wirken, eine unberechenbare Geberfinanzierung, kulturelle Barrieren und Informationsdefizite sowie eine mangelnde Koordinierung bei der Versorgung.

Chancen

Die freiwillige Familienplanung ist eine der kosteneffizientesten Investitionen, die ein Land in seine Zukunft tätigen kann. Mit jedem Dollar, der für die Familienplanung ausgegeben wird, können Regierungen bis zu 6 Dollar einsparen. Diese können dann für die Verbesserung der Gesundheit, des Wohnungswesens, des Trinkwassers und anderer öffentlicher Dienstleistungen aufgewendet werden.

Eine Mutter und ihr Sohn bei einem Gesundheitszentrum in Dakar in Senegal.

Im Juli 2012 haben sich Entscheidungsträger aus 150 Geber- und Entwicklungsländern, von internationalen Organisationen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, von Stiftungen und aus dem privaten Sektor dazu verpflichtet bis zum Jahr 2020 Verhütungsmittel sowie Informationen und Dienstleistungen zur Familienplanung für weitere 120 Millionen Frauen und Mädchen in den ärmsten Ländern der Welt zur Verfügung zu stellen.

Dieses gemeinsame Projekt wird dazu führen, dass 200.000 weniger Frauen und Mädchen während der Schwangerschaft und Geburt sterben. Außerdem können mehr als 100 Millionen ungewollte Schwangerschaften und über 50 Millionen Abtreibungen vermieden werden. Fast 3 Millionen weniger Babys werden innerhalb ihres ersten Lebensjahrs sterben. Es wird ebenfalls bedeuten, dass mehr Mädchen einen Schulabschluss erhalten und über ihr gesamtes Leben hinweg mehr Einkommen erwirtschaften. In den afrikanischen Staaten südlich der Sahara brechen mehr als ein Viertel der Mädchen die Schule aufgrund von ungewollten Schwangerschaften ab.

Unsere Strategie

Die Familienplanung ist ein wichtiger Aspekt des breiten Engagements der Stiftung, das zum Ziel hat, Frauen mehr Rechte zu geben und die Familiengesundheit zu verbessern. Dazu gehören auch unsere Initiativen in den Bereichen Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern, Ernährung, Entwicklung und Bereitstellung von Impfstoffen und Vorsorge und Behandlung von HIV/AIDS, Lungenentzündung, Malaria sowie Darm- und Durchfallerkrankungen.

Auf globaler Ebene verfolgt unsere Strategie folgende Ziele:

  • Verstärkte Initiativen in Bezug auf die Familienplanung, damit die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (MDGs) erreicht werden können
  • Sensibilisierung von Gebern, nationalen Regierungen und des privaten Sektors für die Bedeutung der Familienplanung
  • Effizientere Bereitstellung und Verteilung von Verhütungsmitteln
  • Mehr Nutzung hochwertiger Verhütungsmittel durch Senkung der Kosten
  • Bessere Koordinierung der Initiativen von Gebern, Regierungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, Erhöhen der Spendenbereitschaft und Engagement für Maßnahmen, die den Zugang zur Familienplanung unterstützen
  • Entwicklung innovativer Verhütungsmittel, die den Anforderungen von Frauen und Mädchen entsprechen

In einigen Ländern südlich der Sahara und in Südasien zielt unsere Strategie auf Folgendes ab:

  • Steigerung der Verwendung moderner Verhütungsmittel
  • Bessere Dienstleistungen zur Familienplanung für die wachsende Zahl armer Menschen in großen Städten
  • Einführung innovativer, kostengünstiger Lösungen, anhand derer die Versorgung mit Verhütungsmitteln und die Dienstleistungen verbessert werden sowie die Nachfrage erhöht wird
  • Möglichkeiten zur Integration der Familienplanung in die Dienstleistungen für HIV und für die Gesundheitsdienstleistungen für Mütter und Kinder, um effizienter zu arbeiten und Kosten zu senken

Schwerpunktbereiche

Forschung und Interessengruppen

Wir kämpfen in vielfacher Hinsicht dafür, dass die Familienplanung auf der internationalen Tagesordnung bleibt. Wir möchten die Spendenbereitschaft von Regierungen, Gebern und dem Privatsektor erhöhen und setzen uns für bessere politische Maßnahmen auf allen Ebenen ein. So möchten wir den Zugang zu Verhütungsmitteln und deren Verfügbarkeit verbessern. Außerdem plädieren wir für eine bessere Koordinierung zwischen Gebern und Regierungen und möchten eine nachhaltige Initiative für eine bessere und breiter verfügbare Verhütung schaffen.

Zusätzlich führen wir in Ländern mit hoher Priorität wirtschaftliche Analysen durch. Mit diesen kann herausgefunden werden, inwiefern sich eine Investition in die Familienplanung lohnt. Wir fördern die Transparenz und nehmen Regierungen in die Verantwortung, indem wir nationale und lokale Budgets aufstocken und die Informationspolitik verbessern.

Einsatz von Verhütungsmitteln in der Stadt

Die höchste Bevölkerungszunahme wird in größeren Orten und Städten von Entwicklungsländern erwartet. Für die afrikanischen Staaten südlich der Sahara und in Südasien – den Gebieten mit der höchsten Wachstumsrate weltweit – wird zwischen 2000 und 2030 eine Verdoppelung der in Städten lebenden Bevölkerung prognostiziert.

Eine Mutter und ihr Neugeborenes in Uttar Pradesh in Indien.

Aktuell konzentrieren sich die höchsten Geburtenzahlen auf die ärmsten Bevölkerungsgruppen. Eine große Anzahl von Schwangerschaften sind hierbei ungewollt. Wir möchten die Nachfrage nach Verhütungsmitteln stimulieren und in diesen Gemeinschaften sinnvolle, kostengünstige und freiwillige Informationen, Dienstleistungen und Produkte für die Familienplanung anbieten. Das geschieht hauptsächlich im Rahmen der Urban Reproductive Health Initiative in Uttar Pradesh in Indien sowie in Nigeria, Kenia und im Senegal. Wir konzentrieren uns darauf, die Abstände zwischen den Geburten zu erhöhen und die Familien entsprechend zu beraten. Außerdem bieten wir Müttern nach der Geburt, Patientinnen nach der Abtreibung, HIV-positiven Frauen und jungen Mädchen der Risikogruppen Produkte und Dienstleistungen an.

Wir arbeiten gemeinsam mit dem privaten Sektor und zivilgesellschaftlichen Organisationen daran, effiziente Ansätze zu ermitteln. Außerdem helfen wir beim Aufbau von Versorgungsteams auf Länderebene und an deren Organisation in Netzwerke, die Vorgehensweisen und Strategien untereinander austauschen. Wir unterstützen zudem den Einsatz von Messverfahren, mit denen eine datengesteuerte Versorgung, eine strikte Bewertung, eine Konzentration auf die ärmsten und bedürftigsten Menschen sowie eine breite Weitergabe von Erkenntnissen sichergestellt werden kann.

Neue Verhütungsmittel

Frauen verzichten aus vielerlei Gründen auf Verhütungsmittel – selbst dann, wenn sie eigentlich eine Schwangerschaft vermeiden möchten. Einige Frauen haben falsche Vorstellungen in Bezug auf das Risiko schwanger zu werden, andere haben Bedenken in Bezug auf die Nebenwirkungen moderner Verhütungsmethoden. In manchen Fällen ist die ablehnende Haltung von Familienangehörigen und eine begrenzte Auswahl an Verhütungsmethoden ausschlaggebend.

Weniger als 20 Prozent der Frauen in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara und knapp ein Drittel der Frauen in Südasien verwenden Verhütungsmittel.

Wir unterstützen die Suche, die Entwicklung und die Verbreitung neuer Verhütungsmittel, die solche Beweggründe aus dem Weg räumen. Dabei konzentrieren wir uns auf Hormonimplantate und injizierbare Verhütungsmittel. Hormonimplantate und Dreimonatsspritzen sind die beliebtesten reversiblen Verhütungsmethoden in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Die neuen Produkte sind sehr viel versprechend und lassen vermuten, dass Verfügbarkeit und Verwendung von Verhütungsmitteln damit gesteigert werden könnten. Wir arbeiten derzeit an Qualitätssicherung, Zulassung und Einführung zweier Produkte in einigen Ländern der afrikanische Staaten südlich der Sahara und in Südasien.

Das erste Produkt hat den Namen Sino-implant (II) und wird von Shanghai Dahua Pharmaceuticals in China produziert. Sino-implant (II) ist ein Langzeitimplantat, das effizient und kostengünstig ist und wurde für den Einsatz in mehr als 20 Entwicklungsländern genehmigt. Aktuell wartet man auf die Präqualifikationszulassung der Weltgesundheitsorganisation.

Das zweite Produkt heißt Sayana Press. Hierbei handelt es sich um eine neue subkutane Version der beliebten Dreimonats-Verhütungsspritze von Pfizer mit dem Namen Depo-Provera. Depo-Provera wird durch eine intramuskuläre Injektion verabreicht. Diese kann in den meisten Ländern von einem Mitarbeiter des Gesundheitswesens verabreicht werden. Sayana Press könnte möglicherweise auch von nicht medizinischem Personal wie geschulten Mitarbeitern des Gesundheitszentrums einer Gemeinde oder sogar von den Frauen selbst gespritzt werden. Aktuell wird die Akzeptanz des Produkts geprüft. Außerdem müssen Schulungen, Systeme, Programme konzipiert und die erforderliche Infrastruktur für eine nachhaltige Versorgung geschaffen werden.

Weitere Verhütungsmethoden sind erforderlich, damit die weltweit unterschiedlichen Bedürfnisse zufrieden gestellt werden können. Beispielsweise investieren wir in die Entwicklung verschiedener Verhütungsmethoden: eine Verhütungspille bei Bedarf, Vaginalringe, eine Sechsmonatsspritze, langfristige Hormonimplantate, nicht-hormonelle Verhütungsmethoden und eine Sterilisation von Frauen ohne operativen Eingriff. Außerdem unterstützen wir die Entwicklung von Mehrzwecklösungen, die beispielsweise sowohl eine Schwangerschaft als auch HIV verhindern.

Schließen von Wissenslücken

Wenn wir die Familienplanung verbessern möchten, müssen wir wichtige Wissenslücken schließen und entsprechende Maßnahmen und Programme anbieten. Wir unterstützen die Forschung dabei herauszufinden, wie sich die Familienplanung in andere Gesundheitsdienstleistungen integrieren lässt. Beispiele hierfür wären die die HIV-Vorsorge und -Behandlung, der Gesundheitsschutz von Mutter und Kind (einschließlich der Versorgung nach der Geburt) und die Versorgung nach einer Abtreibung. Außerdem möchten wir mehr Daten sammeln zu den möglichen Zusammenhängen von HIV-Infektionen und der Nutzung hormoneller Verhütungsmittel.

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