Was wir tun

Familienplanung

Strategischer Überblick

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Familienplanung ist ein wichtiger Bereich für die Stiftung, um Frauen unabhängiger zu machen und die Gesundheit ihrer Familien zu verbessern.

Unser Ziel:

wir möchten zusätzlichen 120 Millionen Frauen und Mädchen in den ärmsten Ländern bis zum Jahr 2020 Zugang zu hoch qualitativen Empfängnisverhütungs-Informationen, -Dienstleistungen und –Mitteln ohne Zwang oder Diskriminierung vermitteln und möchten langfristig universellen Zugang zu freiwilliger Familienplanung gewähren.  Wir möchten dem wachsenden Wohltätigkeitssektor das Wissen, die Hilfsmittel und die unterstützenden Richtlinien zur Verfügung stellen, weitere Ressourcen zu aktivieren, effektiver zu investieren und weltweit mehr bewirken zu können.

Die Herausforderung

Auf einen Blick

Zugang zu Familienplanungsinformationen und Verhütungsmitteln kann Leben ändern. Jede Frau und jedes Mädchen verdient die Chance, ihre eigene Zukunft zu bestimmen. Lesen Sie hier die Geschichten von Frauen.

Mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungsländern, die nicht schwanger werden möchten, haben keinen Zugang zu wirksamen Empfängnisverhütungsmethoden oder Familienplanungsinformationen und -dienstleistungen.

Die Anzahl der Frauen in einigen der ärmsten Länder, die Verhütungsmittel verwenden, hat sich nicht erhöht und weniger als 20 Prozent der Frauen in Afrika südlich der Sahara und kaum ein Drittel der Frauen in Südasien verwenden moderne Verhütungsmittel.

Mehr Zugang zu Empfängnisverhütungsmitteln und Familienplanungsinformationen und –dienstleistungen wird dazu führen, dass weniger Frauen und Mädchen während einer Schwangerschaft oder Geburt sterben. Ausserdem wird hierdurch die Anzahl unbeabsichtigter Schwangerschaften, Abtreibungen und Säuglingstode verringert.

Wir arbeiten daran, die Finanzierung zu erhöhen und Richtlinien für die Familienplanung zu verbessern, die Nachfrage nach und den Einsatz von Verhütungsmitteln auszubauen, innovative Verhütungsmethoden zu entwickeln und Beweise dafür zu finden, dass die Verfügbarkeit von Dienstleistungen verbessert wird. 

Für unser Familianplanungsprogramm ist Kellie Sloan verantwortlich. Sie ist Direktorin der Initiative, die zum Stiftungsbereich Globale Entwicklung gehört.


Freiwillige Familienplanung ist einer der wichtigsten Fortschritte im Gesundheitswesen des letzten Jahrhunderts. Wenn Frauen entscheiden können, ob und wann sie Kinder haben, können ungewollte Schwangerschaften und die Sterblichkeitsrate von Müttern und Neugeborenen reduziert werden. Es schafft auch mehr Ausbildungs- und Wirtschaftschancen für Frauen und führt zu gesünderen Familien und Gemeinschaften. Familienplanung ist eine intelligente, vernünftige und wichtige Komponente der globalen Gesundheit und Entwicklung.

Aber mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungsländern, die nicht schwanger werden möchten, haben keinen Zugang zu wirksamen Empfängnisverhütungsmethoden oder Familienplanungsinformationen und -dienstleistungen. Weniger als 20 Prozent der Frauen in Afrika südlich der Sahara und nur ein Drittel der Frauen in Südasien verwenden moderne Empfängnisverhütungsmittel. Im Jahr 2012 hatten schätzungsweise 80 Millionen Frauen in Entwicklungsländern unerwünschte Schwangerschaften und mindestens ein Viertel davon haben sich für eine gefährliche Abtreibung entschlossen. 

Der breiten Verfügbarkeit von und Zugänglichkeit zu Verhütungsmitteln stehen zahlreiche Hindernisse im Wege, wie zum Beispiel unzureichende finanzielle Unterstützung durch Geldgeber und Entwicklungsländer, ein Mangel an angemessenen Produkten für die Bedürfnisse der Benutzer, ein schwaches Vertriebssystem, ein Mangel an zuverlässiger Überwachung und Datenerfassungsmechanismen sowie kulturelle und Wissensbarrieren. 

Die Chance

Freiwillige Familienplanung ist einer der kostenwirksamsten Investitionen in die Zukunft eines Landes. Jeder Dollar, der für Familienplanung ausgegeben wird, kann einer Regierung bis zu 6 Dollar sparen, die für die Verbesserung des Gesundheitswesens, Wohnungsbau, Wasser und andere öffentliche Dienstleistungen ausgegeben werden können.

Eine Mutter und ihr Sohn in einem Gesundheitszentrum in Dakar, Senegal.

Im Jahr 2012 hat der bahnbrechende Londoner Familienplanungs-Gipfel Regierungen, internationale Organisationen, Bürgerrechtsorganisationen, Stiftungen und den privaten Sektor dazu mobilisiert, den Zugang zu freiwilliger Familienplanung drastisch zu erweitern. Die daraus resultierende globale Partnerschaft, Family Planning 2020 (FP2020), hat das Thema Verhütungsmittel-Zugang neu angefacht und zu Zusammenarbeit, Innovation, und mehr Verantwortlichkeit im Bereich Familienplanung geführt.

Unsere Strategie

Das Familienplanungsprogramm der Bill & Melinda Gates Stiftung möchte zusätzlichen 120 Millionen Frauen und Mädchen in den ärmsten Ländern bis zum Jahr 2020 ohne Zwang oder Diskriminierung Zugang zu hochqualitativen Empfängnisverhütungs-Informationen, Dienstleistungen und Mitteln geben, und langfristig universellen Zugang zu freiwilliger Familienplanung gewähren. 

Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir Regierungen, die sich den Zielen von FP2020 verschrieben haben und die Entwicklung und Umsetzung ihrer eigenen landesspezifischen Pläne vorantreiben. 

Die Unterstützung seitens der Stiftung umfasst die folgenden Bereiche: Beurteilung von Familienplanungsbedürfnissen, besonders unter den ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungen; die Aufdeckung von Zugangsbarrieren und Finanzierungslücken; die Entwicklung und das Testen von Interventionen; das Teilen von evidenzbasierten Praktiken; die Förderung von Verantwortung mithilfe von Leistungsüberwachung und Datenerfassung in Echtzeit, sowie die Unterstützung der Koordination zwischen Regierungen, Partnern und Geldgebern.

Wir arbeiten auch an der Erhöhung der Finanzierung, der Verbesserung der Strategien für Familienplanung, der Schaffung von privat-öffentliche Partnerschaften zwecks besserem Zugang zu Verhütungsmitteln. Des weiteren schaffen wir weitere Optionen, suchen und entwickeln innovative und erschwingliche Verhütungsmittelmethoden und unterstützen weitere Forschungen, um Wissenslücken zu schließen.

Wir wollen insbesondere herausfinden, wie unsere Familienplanungsarbeit die Bedürfnisse junger Frauen und Mädchen erfüllen kann.


Fokusbereiche

Schnellere Aktionen in Ländern

Wir arbeiten mit Ländern zusammen, die sich verpflichtet haben, Zugang zu hochqualitativer, freiwilliger Familienplanung zu gewähren, um die Sterblichkeitsrate unter Müttern und Neugeborenen zu reduzieren.  Wir engagieren uns besonders in Indien und Nigeria. Wir arbeiten auch mit öffentlichen und privaten Partnern zusammen und nehmen Investitionen in Indonesien, Pakistan, Äthiopien, Kenia und der Demokratischen Republik Kongo vor. 

Im französischen Westafrika gehören wir zu den zum Kernteam der Ouagadougou Partnership for Family Planning und unterstützen den Senegal und Niger, um Nachfrage-und-Angebot-Ansätze umzusetzen, die sich auf die Praktiken in den Ländern dieser Region auswirken.

Programme und Interessengruppen stärken

Wir arbeiten daran, dass die Familienplanung auf der globalen Agenda bleibt, sowie Geldgeber und Entwicklungsländer für ihr Engagement zur Unterstützung der Familienplanung zur Verantwortung zu ziehen. Unsere Arbeit in diesem Bereich umfasst Fördergelder, direkte Fürsprache, Kommunikationsberatung und –unterstützung und Engagement mit den leitenden Verantwortlichen.

Überwachung der Leistung und Förderung der Verantwortung

Um Veränderungen in der Verwendung von Verhütungsmitteln zu beobachten und allen FP2020-Ländern dabei zu helfen, den Fortschritt hinsichtlich ihrer Ziele zu verfolgen und die Programmleistung zu verbessern, investieren wir in schnelle Umfragen, die Daten zum Einsatz von Familienplanung in 6- und 12-Monatsabständen bereitstellen und zusätzlich zu landesweiten Gesundheitsumfragen genutzt werden, die nur alle 3- 5 Jahre Daten bereitstellen. 

Eine Mutter und ihr Neugeborenes in Uttar Pradesh, Indien

Wir arbeiten auch daran, zu harmonisieren, wie verschiedene Organisationen Familienplanungsressourcen verfolgen. Die neuen Datensysteme verwenden Standard-Messverfahren und stellen zuverlässige Daten auf nationaler und subnationaler Ebene bereit. Bessere Daten und bessere Überwachung sind wichtig, um Geldgeber, Regierungen, Programme und Anbieter zur Rechenschaft zu ziehen.

Schließen der Wissenslücken

Eine verbesserte Serviceüberlieferung ist wichtig, um den Zugang zu und den Einsatz von Verhütungsmitteln, besonders in den ärmsten Ländern mit der schwächsten Versorgungsinfrastruktur im Gesundheitswesen, zu erweitern. Wir erfassen Beweise dazu, was funktioniert, um auf die Angebots- und-Nachfrage-Barrieren in großem Umfang und in mehreren Ländern einzugehen, die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zur Lösungslieferung zu fördern und Forschungsergebnisse mit Geldgebern, Ländern und Partnern bekanntzugeben.

Investitionen in neue Verhütungsmethoden

Frauen vermeiden aus verschiedenen Gründen Empfängnisverhütungsmittel, auch wenn sie eine Schwangerschaft verhindern möchten. Sie haben falsche Vorstellungen über die Risiken einer Schwangerschaft oder werden von den Kosten, den Unannehmlichkeiten oder Sorgen um Nebenwirkungen abgeschreckt. In einigen Fällen kann die Opposition von Familienmitgliedern oder beschränkt verfügbare Methoden ein wichtiger Faktor für den Nicht-Einsatz sein. 

Weniger als 20 Prozent der Frauen in Afrika südlich der Sahara und nur ein Drittel der Frauen in Südasien verwenden moderne Empfängnisverhütungsmittel.

Fortdauernde Innovationen bei Verhütungsmethoden sind notwendig, um auf diese Hindernisse einzugehen und der Nachfrage von Frauen unter unterschiedlichen Umständen und in verschiedenen Lebensphasen gerecht zu werden.  Wir unterstützen die Entdeckung, Entwicklung und Verteilung neuer Methoden, die auf Gründe eingehen, die für den Nicht-Einsatz angeführt werden, und konzentrieren uns dabei auf die Verbesserung der Akzeptanz und den fortdauernden Einsatz unter Hauptbenutzergruppen. Frauen, die ihre gewünschte Anzahl von Kindern haben, Frauen, die Verhütungsmittel aufgrund der Nebenwirkungen nicht einsetzen, sowie junge Frauen.  Diese Langzeit-Investitionen gehen auf Verhütungsmittelbedürfnisse ein, die über das Jahr 2020 hinausgehen und umfassen auch die Zusammenarbeit mit dem HIV-Programm der Stiftung, neue Technologien zu entwickeln, die Schwangerschaften und HIV verhindern.

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